Was ist der CO2-Fußabdruck?
Der CO2-Fußabdruck beschreibt die CO2-Emissionen einer Person, die innerhalb einer bestimmen Zeit verursacht werden. Dies geschieht mit Hilfe eines Fragebogens und eines Rechners, der die Antworten auf die Fragen auswertet und daraus den jeweiligen CO2-Ausstoß berechnet. Der Fragebogen beinhaltet Fragen zu verschiedenen Situationen und Handlungen, die im Alltag eines Jeden auftreten[1]. Beispiele dafür wären der Fleischkonsum, Müllverbrauch oder das Fahrverhalten, also wie oft man in der Woche mit welchen Verkehrsmitteln fährt. Anhand der gegebenen Antwort werden dann die Emissionen der Person ermittelt. Diese sollen sie auf ihr Verhalten und die daraus entstehenden Konsequenzen auf die Umwelt und den Klimawandel aufmerksam machen und eventuell Besserung oder Bestärkung herbeiführen. Dadurch wird versucht, den Bürger aktiv in den Klimaschutz miteinzubeziehen.
Woher kommt der CO2-Fußabdruck und was ist seine Mission?
Entgegen der Vermutung der meisten Leute, die wahrscheinlich annehmen würden, dass dieses Konzept von einer Klima-/ und Umweltschutzorganisation wie Greenpeace oder WWF ins Leben gerufen wurde, ist der eigentliche Entwickler der britische Ölkonzern British Petroleum BP (Petroleum (eng.): Erdöl). Dieser stellte das Konzept mitsamt des Rechners im Jahre 2004 im Zuge einer PR-Kampagne vor[2,3]. Dem Bürger sollte vor Augen geführt werden, wie sein Verhalten zum aktiven Antreiben des Klimawandels beitrage. Dieser PR-Stunt hat sich bis heute mehr als erfolgreich gehalten, seine Popularität ist mit steigender Aufmerksamkeit und Relevanz des Themas gewachsen und aus unserem heutigen Diskurs nicht mehr wegzudenken.
Aber was genau wollte BP mit dem CO2-Fußabdruck bezwecken?
Um diese Frage beantworten zu können, muss ich etwas weiter ausholen und dabei ein paar Jahre in der Zeit zurückgehen.
Bereits Ende der 70-er waren der Wissenschaft die Auswirkungen des CO2-Ausstoßes in die Atmosphäre, größtenteils verursacht durch den Wirtschafts- und Energiesektor, auf die Umwelt und vor allem das Klima, bekannt. So hielt der Klimatologe James F. Black im Jahr 1978 eine Präsentation über den Treibhauseffekt, in dem er seine Existenz bestätigte und seine Ursache zum Teil dem hohen Emissionen der Energieindustrie zuschrieb[5]. Außerdem benannte er ebenfalls die Folgen, die der Treibhauseffekt auf das zukünftige Klima haben würde, die bis heute durch die Wissenschaft bestätigt werden und die heute teilweise schon in vielen Teilen der Welt sehr gut zu sehen sind. Nachdem sich diese Information in der Industrie verbreitete, starteten viele Firmen Marketingkampagnen, die von ihrem Einfluss auf das Klima ablenken sollten[4] – die Strategie, die sich bis heute hält: Nicht nur die Firmen tragen Schuld an der Klimakatastrophe, sondern zu einem Großteil auch der einfache Bürger, der durch sein Leben in der modernen Welt für einen Großteil der Emissionen verantwortlich sei. Nicht also die Firmen müssen ihre Emissionen zurückschrauben, sondern die Menschen, die ihr gesamtes Leben überdenken und umstellen müssen, um einer Katastrophe entgegenzutreten, für die sie selbst nur wenig können. Die PR-Aktionen zeigten schnell die gewünschte Wirkung. Im Jahr 2000 gewann ein Werbespot von BP einen Werbepreis, den „Goldenen Effie“, für eine erfolgreiche und wirksame Medienkampagne. Diese warf Bürgern vor, das Problem für Umweltverschmutzung zu sein und rief zu Besserung auf. Mit dieser Kampagne stellte die Firma auch das erste Mal den Begriff „CO2-Fußabdruck“ vor. 2004 kam dann der Rechner, mit dem jeder Bürger seinen eigenen Fußabdruck berechnen konnte. Und damit, ein Jahrzehnt später, befinden wir uns in der Gegenwart, in der Menschen immer noch versuchen, den Klimawandel einzudämmen und die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Währenddessen zerstören Energiekonzerne immer noch die Umwelt, löschen ganze Dörfer und Wälder für Braunkohle oder Öl aus und tragen dafür wenige bis keine Konsequenzen. Die Frage, die bleibt, ist – was kann man dagegen tun?
Was kann ich gegen die Umweltzerstörung und -verschmutzung von Energiekonzernen tun?
Um unsere Umwelt zu schützen, gibt es zwei Fragen, die man sich stellen sollte:
- Was kann ich als Individuum tun?
- Was kann ich tun, damit sich meine Regierung stärker für den Klimaschutz einsetzt?
Um ersteres zu beantworten, möchte ich auf die „6 R´s of sustainability“ verweisen – „Rethink, Refuse, Reduce, Reuse, Repair, Recycle“[6]. Auf Deutsch übersetzt: Überdenken, verweigern, verringern, wiederverwenden, reparieren, recyceln. Sie sind ein Modell, das helfen soll, umweltschonender und -bewusster zu leben. Hier eine kurze Erklärung zu den einzelnen Komponenten:
- Überdenken – das Überdenken des eigenen Konsumverhaltens
- Verweigern – das Verweigern, sich Dinge zu kaufen, die sehr kurzlebig sind und nicht gebraucht werden
- Verringern – das Verringern von Abfall und die Einsparung von Ressourcen durch effizientere Verhaltensweisen und Produktauswahl
- Wiederverwenden – das Wiederverwenden von Dingen und die Reflexion über die weitere Verwendung von Gegenständen, bevor sie ersetzt werden
- Reparieren – das Reparieren von Dingen, bevor sie entsorgt werden
- Recyceln – das Recyceln von Materialien durch richtiges Entsorgen, um die Beschaffung neuer Baumaterialien zu verringern.
Wer diese Komponenten stärker in sein Leben einbringt, kann ein umweltbewussteres und klimafreundlicheres Leben führen.
Nun zum zweiten Punkt. Wer nun möchte, dass die eigene Regierung mehr für den Klimaschutz tut, hat mehrere Möglichkeiten:
- Protestieren
- Umweltschutzorganisationen beitreten und/oder unterstützen
- Klagen (als Einzelkläger oder in einer Sammelklage)
Die wohl einfachste Art der Verschaffung von Aufmerksamkeit ist durch den Protest. Damit Proteste besonders wirksam sind und viel Aufmerksamkeit erregen, ist die Menge an Protestanten und die Art des Protests von entscheidender Bedeutung. Da viele Menschen keine waghalsigen und oftmals gefährlichen und kräftezehrenden Protestaktionen durchführen, sollte das Hauptziel die Größe des Protestes sein. Denn je größer ein Protest ist, desto höher ist auch die Chance, dass er eine hohe Aufmerksamkeit (bspw. durch Medienberichte) bekommt.
Eine weitere Art des Engagements wäre durch das Unterstützen oder Beitreten von Umweltorganisationen wie Greenpeace, WWF, Nabu oder den Bund für Umwelt und Naturschutz. Durch neue Mitglieder oder Spenden haben sie die Möglichkeit, neue Proteste und Projekte zu unterstützen und den Umweltschutz so selbst in die Hand zu nehmen und nebenbei Aufklärungsarbeit zu leisten, die sehr wichtig ist, um neue Menschen auf diese Probleme aufmerksam zu machen und zum Nachdenken anzuregen.
Eine weitere, gleichwohl drastische Möglichkeit wäre eine Klage gegen die Bundesregierung. Diese Art des Protestes und Aufrufs gab es schon mehrfach in den letzten Jahren, entweder durch Einzelpersonen oder, wie jüngst erst durch Organisationen wie Greenpeace, in Form einer Sammelklage. Diese Methode ist heutzutage gar nicht mehr so selten: US-Forscher sollen Ende 2023 2.500 „Klimaklagen“ weltweit gezählt haben, eine Vervierfachung im Vergleich zum Jahr 2020. In Deutschland wird die Klage an das Bundesverfassungsgericht, das höchste Gericht Deutschlands, gereicht, die den Fall dann bearbeitet. Leider ist die Erfolgsquote der Kläger*innen trotz der sich immer weiter zuspitzenden Lage nicht sehr hoch, jedoch ist es wichtig, Initiative zu zeigen und es immer weiter zu versuchen, vor allem, wenn man selbst betroffen ist.
Der Klimawandel ist ein Thema, das in unserer westlichen Gesellschaft für viele Kontroversen sorgt. Teils durch die Proteste, die in manchen Fällen aggressiv und störend gegenüber der Bevölkerung ausfallen, teils aber auch durch aktive Klimaleugner, die die Existenz des Klimawandels abstreiten. Diese gesellschaftliche Spaltung, gepaart mit einer Regierung, die durch die Lobby, welche stark für den Klimawandel verantwortlich ist, beeinflusst wird, sorgt dafür, dass unsere Bemühungen, den Klimawandel aufzuhalten, stark eingeschränkt wird. Das hat zur Folge, dass Menschen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern leben und mit am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, auf sich alleine gestellt sind und somit alleine gegen den Klimawandel kämpfen. Unsere Aufgabe als Bürger ist es, die Regierung auf ihre Fehler aufmerksam zu machen und für Änderungen zu plädieren, damit andere Menschen nicht wegen unserer Uneinsichtigkeit leiden, oft sogar sterben müssen.
Die Zeit zum Handeln ist jetzt!
Quellen
[6]https://www.lythouse.com/blog/exploring-the-six-rs-of-sustainability-a-guide-to-eco-friendly-living#:~:text=The%20concept%20of%20the%20“Six,environmental%20impact%20and%20promote%20sustainability.
[7]https://www.duh.de/klimaklagen/klimaklagen-gegen-die-bundesregierung/
Bild: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f5/Carbon_Dioxide_per_GDP_%285457257860%29.jpg


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