Nach einem Interview mit meiner Oma zu Schönheitsidealen ist mir aufgefallen, wie subjektiv nicht nur die Wahrnehmung der Schönheit ist, sondern auch worauf bei der Betrachtung einer Person der Fokus des Betrachters liegt.
Wie definiert man eigentlich Schönheitsideale? Was gehört zu dieser Definition und was ist wichtiger? Sind Schönheitsidealen rein vom Aussehen des Körpers geprägt oder hat die Kleidung, die der Körper trägt, auch eine Bedeutung? Und wie ist es mit dem Verhalten einer Person, dieses sollte doch auch das Auftreten dieser Person beeinflussen?

Nach der Definition bezieht sich das Wort “Schönheitsideal” eigentlich auf das Aussehen des Körpers und des Gesichts, das Zusammenspiel aus Kleidung, Schmuck, Frisur und Make-up wird aber als Mode bezeichnet. In der Realität kann man aber keine solch klaren Grenzen setzen, weil der Mensch die Schönheit eines anderen auch oft erst bemerkt, wenn diese von aktuellen Bestandteilen der Mode umgeben ist, nicht wahr? Während das oft passiert, nimmt man diese Art der Bewertung nicht wahr und erst nach dem Gespräch mit meiner Oma wurde mir klar, dass die Schönheit oft im Auge des Betrachters liegt. Für meine Oma war das Wort “Schönheitsideal” nämlich stark von der Mode geprägt, eigentlich überwiegend. Offensichtlich folgt die menschliche Wahrnehmung also doch nicht der reinen Definition. Während sie zum Beispiel kurz festgestellt hat, dass die heutige Jugend ihres Eindrucks nach ,wie die Jugend ihrer Zeit, nach einer dünneren Figur strebt, war das nicht der Mittelpunkt eines Schönheitsideals für sie, eher der individuelle Style, mit dem die Jugend auftritt. Das Verhalten der Leute erwähnte meine Oma nicht in ihrer Schönheitsvorstellung, für viele wird die Einschätzung der Schönheit einer Person aber stark von ihrem Verhalten beeinflusst sein, weil diese zu jeder Zeit in der Geschichte mit in das Schönheitsideal einbezogen wurden.
Schönheitsideale sind eine Verarsche. Es ist offensichtlich, dass diese von der Gesellschaft vorgegeben werden, für einen selber sind es also unnötige, stark heteronormative Rahmen, in die man reinzupassende hat. Aber lohnt es sich wirklich, sich die Mühe zu geben, in diese Rahmen reinzupassen, wenn sich die Definition dieser und der Grad ihrer Bedeutung auch von Generation zu Generation und von Person zu Person unterscheidet?
Schönheitsideale ändern sich mittlerweile viel schneller als je zuvor, sie sind zu Trends geworden und Trends sind nicht nachhaltig, auch nicht für die eigene mentale Gesundheit.
Bildquelle: ErikaWittlieb auf Pixabay
Originaler Autor: Jekaterina Dvojanova


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