
(Foto von Björn Juchem)
Folgender Sachtext stammt von der Klasse 8a (Schuljahr 2023/24), die im Deutschunterricht mit Frau Rachow in einer Gruppenarbeit diesen Text verfasste. Für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken wir uns herzlich.
Allgemeine Informationen zu Bienen:
Wie viele Bienenarten und Völker gibt es?
Es gibt weltweit mehr als 20.000 Bienenarten, davon leben in Europa ca. 2.000 und in Deutschland etwa 550. Die bekanntesten und häufigsten Arten in Deutschland sind die Sandbiene, die Furchenbiene, die Hummel und die Mauerbiene.[1]
Von 2019 bis 2021 ist die Anzahl an Bienenvölkern von 870.000 auf 980.000 gestiegen, allerdings von 2021 bis 2024 wieder auf ca. 900.000 gesunken. Weltweit gibt es 101, 6 Millionen Wildbienenvölker, mit einer steigenden Tendenz über die letzten Jahre. Auch in Europa ist die Anzahl an Bienenvölkern (Honigbienen) auf 22,5 Millionen gestiegen.[2]
Wie und wo leben Bienen?
Die bekannteste Biene, die Honigbiene, lebt in einem Volk, während manche Wildbienen alleine leben. Die Honigbiene lebt bei einem Imker in Bienenstöcken, wo sie den Honig auf den Waben ablagern. Die Wildbienen wohnen in Holzspänen oder in Löchern in der Erde. Wenn die Pflanzen anfangen zu blühen, fliegen die Honig- und Wildbienen herum und bestäuben die Blüten mit den Pollen. Mit dem eingesammelten Nektar stellen sie den Honig her und versorgen ihre Nachkommen.[3]
Wie ist die Entwicklung der Honigbiene?
Die Honigbiene durchläuft bei ihrer Entwicklung eine Verwandlung, die bei dem Ei beginnt, dann zur Puppe übergeht und schließlich bei der ausgewachsenen Biene endet. Bei der Königin dauert diese Entwicklung 16 Tage, bei der Arbeiterin 21 und bei den Drohnen 24, während dieses Prozesses häuten sich die Larven fünf Mal, beim fünften Mal werden sie zur Puppe. Die Embryonalentwicklung geschieht während der dreitägigen Eizeit.[4]
Wie ist die Rollenverteilung im Bienenstock?
In dem Bienenstock gibt es verschiedene Rollen, welche den Bienen aufgrund ihres Geschlechtes und ihrer Größe zugeteilt sind. Die Königin ist das Oberhaupt im Bienenstock und ist für die Eiablage zuständig, während sie aber auch die Stimmung im Stock steuert. Für die Begattung der Eier sind die Drohnen zuständig, welche ansonsten keine weiteren Aufgaben haben und auch im Winter sterben. Die Arbeiterbienen übernehmen die meiste Arbeit, die jüngeren müssen die Waben reinigen, weil die älteren mit dem Wabenbau, der Honigzubereitung, dem Larvenfüttern, dem Wächterdienst und der Pollen- und Nektarsuche genug zu tun haben.[5]
Was ist der Bienentanz?
Wenn Bienen ihre Kolleginnen über eine Futterquelle informieren wollen, tanzen sie in Halbkreisen. Auf der geraden Strecke, das heißt auf der Strecke, die die beiden Halbkreise miteinander verbindet, lässt sie ihren Hinterleib rasch hin und her zucken, je weiter die Nahrung entfernt ist, desto langsamer wird getanzt.[6]
Sind Bienen für uns wichtig?
Bienen haben eine große Bedeutung für das Ökosystem, denn ohne sie würden viele wichtige Lebensmittel, die täglich gebraucht werden, wie zum Beispiel fast alle Obstsorten, verschiedene Öle, Gemüsesorten, Nüsse und vieles mehr, entfallen. Das liegt daran, dass Bienen 75% aller Pflanzen bestäuben, sodass nur mit Bienen unsere Nahrungskette reichhaltig und vielfältig sein kann.[7]
Von den 550 in Deutschland lebenden Bienenarten sind bereits 39 ausgestorben, 197 stark gefährdet und 42 leicht gefährdet, was vor allem an den folgenden Ursachen liegt.[8]
Die tierischen Gefahren der Bienen lassen sich in zwei Kategorien einteilen: die Bienenfressenden und die Honigfressenden. Neben der Spitzmaus, dem Bienenfresser (ein Vogel), der Spinne und manchen Fröschen befinden sich unter den Bienenfressern auch noch die Varoa-Milbe und die ihr ähnliche Bienenlaus, die die gefährlichsten Feinde der Bienen sind, weil sie ihnen Blut aussaugen und diese damit schwächen. Die Riesenhornisse, die auf Grund ihrer Größe ganze Bienenvölker zerstören, und der Bienenwolf (eine Grabwespe), die mit ihren schnellen Angriffen Bienen gut jagen und fressen kann, zählen ebenso zu den bienenfressenden Feinden. Viele Tiere wie der Luchs, der Waschbär, der Specht, einige Wespenarten und der Braunbär töten Bienen, um an den Honig zu gelangen, weil sie diesen gerne essen.[9],[10],[11],[12]
Viele Bienen, vor allem Wildbienen, sterben, weil sie keinen geeigneten Lebensraum finden, in dem sie Nahrung, aber auch Platz für das Nisten haben. Die Ursache für die verkleinerte mögliche Lebensraumfläche ist die Nutzung der Fläche von Menschen für die Industrie, Wohnfläche und Landwirtschaft. Was vorher einmal unberührte Natur war, wird vor allem für die Landwirtschaft genutzt, 2022 waren es laut Statistik in Rheinland-Pfalz [13] bereits 48% der gesamten Vegetationsfläche in Deutschland. Ein weiterer Grund ist die Rodung von Wäldern, um mehr Fläche für die Menschen und Holz der Bäume zu gewinnen. Besonders belastend ist dabei, dass die gesamte Pflanzen- und Blumenwelt zerstört wird.[14]
Die Landwirtschaft hat einen großen Einfluss auf das Bienensterben: die Pestizide, die vor allem in der Intensivlandwirtschaft genutzt werden, sind gemäß einer Studie von 2019 [15] zu 12,6% Grund dafür. Jährlich werden etwa 30.000 Tonnen Pestizide verwendet. [16]
Des Weiteren sind Monokulturen schädlich für die Wildbienen, da sie die Bodenfruchtbarkeit verringern und Wildpflanzen, die Wildbienen als Ernährung dienen, zerstören.[17] Zuletzt sind auch Abgase des Menschen, beispielsweise von Dieselkraftstoff, kontraproduktiv für Bienen, da sie den Geruchssinn beeinträchtigen, was zu weniger Bestäubung führt.
Eine weitere Gefährdung für Bienen ist der Klimawandel, weil die Erwärmung bereits so weit fortgeschritten ist, dass sich die Vegetationszonen[18] in den Norden verschieben. Die Bienen müssen sich dann je nach ihren Ernähnungsbedürfnissen ebenfalls umsiedeln. An den neuen Wohnorten kann es allerdings dazu kommen, dass zu wenig Nahrung und /oder Rückzugsorte vorhanden sind. Aufgrund der Vegetationszonenverschiebung ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Hummeln in Europa ansiedeln, bereits um 17% gesunken (Stand 2021).
Die wärmeren Frühlinge (bzw. die veränderten Wettermuster und Temperaturen) können außerdem für Verwirrtheit bei den Bienen sorgen, sodass die Larven zu spät oder früh schlüpfen, was für Bienenarten, welche sich von bestimmten Pflanzen ernähren, zum Tod führen kann, weil die Pflanzen schon verwelkt sind oder nicht bestäubt werden, sodass sie nicht an Nahrung kommen. Außerdem wird der Kreislauf der Bienen durcheinander gebracht, weshalb sie ihre Energievorräte falsch einplanen und ihr Immunsystem geschwächt wird.[19] Eine weitere Folge des Klimawandels sind plötzliche Temperaturschwankungen sowie Hitze-und Kälteextreme, da im Frühjahr die Bienen Reinigungsflüge durchführen [20], welche bei zu niedrigen Temperaturen zum Erfrieren und Sterben der Bienen führen können. Bei zu heißen Temperaturen kann es vor allem bei in Kästen lebenden Bienen zu Schädigungen an den Bienen und dem Honig führen, was bei extremen Hitzewallugen sogar zum Schmelzen von Waben kommen kann.[21]
Der genannten Gründe wegen bilden sich bei Bienen einerseits verschiedene Beeinträchtigungen, zum Beispiel des Zeitgedächtnisses, des Geschmacks- und Geruchssinns, des Immunsystems und des Stoffwechsels aus. Andererseits können auch körperliche Veränderungen, wie die Beeinträchtigung der Fortpflanzung und die Bildung der Außenhaut der Biene (Chitin) für die Biene gefährlich werden.[22]
Zu den Schäden werden natürlich auch Maßnahmen getroffen, beispielsweise durch Institute wie das in 2016 in Deutschland gegründete ,,Julius Kühn Institut“ ,was sich auf den Bienenschutz spezialisiert hat. Eines der Ziele, die das Institut, um die Bienen zu schützen, erreichen möchte, ist ihre Vermehrung zu fördern. Sie testen beispielsweise Pflanzenschutzmittel und deren Auswirkung auf Bienen. Außerdem entwickelt das Institut ,,Webdienste zur Landschaftsanalyse bei Bienenvergiftung“[23], das heißt, dass an bestimmten Orten, zum Beispiel an landwirtschaftlichen Nutzflächen, regelmäßige Messungen durchgeführt werden, wobei diese Daten digital ausgewertet werden. Alle Projekte und das Institut werden vom Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt.
Doch Imker und Bienenvölker werden auch von Privatspenden unterstützt. In diesem sowie im letzten Jahr sind in Rheinland-Pfalz mehrere zehntausend Euro gespendet worden.[24] Das Erbauen von Wasserstellen ist auch sehr wichtig, da Bienen ohne Wasser die heißen Tage nicht überleben. Etwas, das auch sehr wichtig ist, ist das Pflanzen von Bäumen und anderen Gewächsen, da diese die Nahrung von Bienen darstellen [25]. Die getroffenen Maßnahmen beziehungsweise deren Erfolge werden seit 2021 in verschiedenen Regionen in Europa aufgezeichnet.[26] Daran kann erkannt werden, dass die Unterschiede zwischen den Regionen sehr groß sind, da in Nordeuropa erst circa 100 000 Bienenvölker gerettet worden sind, wobei es in Osteuropa schon mehr als 14 Millionen gerettete Völker sind. Um diese Quoten zu halten, könnt auch ihr zuhause den Bienen helfen, indem ihr keine Schädlings-bekämpfungsmittel benutzt und falls doch, ihr darauf achtet, dass es bienenfreundliche Mittel sind.[27] Ihr könnt auch Insektenhotels bauen, damit die Bienen einen sicheren Rückzugsort haben. Doch auch mithilfe von Gräbern können Bienen gerettet werden, indem ihr auf einem Grab Pflanzen und Blumen pflanzt, von denen sich die Bienen ernähren können.
[1] https://www.bmel.de/ , https://www.ardalpha.de , https://www.fuer.bienen.de/ 7.6.24, 13:35 Uhr
[2] https://deutschland-summt.de , https://www.wildbienen.de/ 9.6.24,11:00 Uhr
[3] https://dieseitemitdermaus/ , https://www.biologieheute.de/, Interview mit Jakob Koch am 9.6.24 in Wawern
[4] https://www.bienenundmehr.de/ , https://www.deutscherimkerbund.de/ 7.6.24,16:15 Uhr
[5] https://www.deutschlandsummt.de/ , https://www.ardalpha.de/ 9.6.24,13:15 Uhr
[6] https://www.deutschlandsummt.de/ , https://www.ardalpha.de/ 9.6.24,13:15 Uhr
[7] https://www.Stadtbienen.org/ 9.6.24, 18:24 Uhr
[8] https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/bedrohung-schutz/ 10.06.24,8:55 Uhr
[9] https://www.schwartauer-web.de/ 10.6.24, 9:10 Uhr
[10] https://www.ardolpha.de/ 11.06, 7:10 Uhr
[11] https://www.honigmayr.at/ 10.06, 16:30 Uhr
[12] https://www.lwg.bayern.de/ 11:06, 18:30 Uhr
[13] https://www.statistik.rlp.de/fileadmin/dokumente/berichte/A/5013/A5013_202000_1j_K.pdf
[14] https://www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/wildbienen-stark-gefaehrdet#:~:text=Denn%20viele%20Bienen%20sind%20stark,nicht%20in%20ihrem%20Bestand%20bedroht 11.06.24, 7:00 Uhr
[15] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/975206/umfrage/ursachen-fuer-das-weltweite-insektensterben/#:~:text=Die%20Statistik%20zeigt%20die%20Hauptursachen,41%20Prozent%20aller%20Insektenarten%20r%C3%BCckl%C3%A4ufig 11.06.24, 16:35 Uhr
[16] https://www.deutschland-summt.de/gefaehrdung-und-schutz.html 10.06.24. 9:00 Uhr
[17] https://blog.3bee.com/de/insektensterben-in-monokulturen/ 10.6.24,9:15 Uhr
[18] Eine Vegetationszone ist eine Zone , in der bestimmte Pflanzen wachsen, die je nach Niederschlag und Temperatur variieren, https://www.studysmarter.de/schule/biologie/oekologie/vegetationszonen/#:~:text=Auf%20der%20ganzen%20Erde%20gibt,Sie%20bilden%20dadurch%20sogenannte%20Vegetationszonen abgerufen am 10.6.24, 16:30 Uhr
19] https://www.peta.de/schlagwort/bienen/ 10.6.24, 15:40 Uhr
[20] Der Reinigungsflug ist der erste Flug nach dem Winter. Er wird Reinigungsflug genannt, weil die Bienen nach dem Winter das erste Mal wieder ihre Exkremente entsorgen.
https://www.plantura.garden/insekten/bienen/reinigungsflug-der-bienen, 10.6.24, 16:35 Uhr
[21] Das Bienenjahr: Imkern nach den 10 Jahreszeiten der Natur (S.16,17,116,191) 2022, Wolfgang Ritter, Ute Schneider-Ritter
[22] Bienen: Was Mensch und Biene einander bedeuten (S.171/172) 2019, Friedrich Hainbuch
[23]www.yki.de 10.6.24, 16:10 Uhr
²⁴ https://www.imkerverband.de 9.6.24, 18:30 Uhr
²⁵https://www.bienenkunde.de 9.6.24, 19:00 Uhr
²⁶ https://www.destatis.de/ 9.6.24, 15:00 Uhr
[27] Interview mit Erwin Roller am 8.6.24, 17:00 Uhr, in Tawern

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