Das Selbstbild von Mann und Frau im Wandel

Selbstbild – die eigene, individuelle Wahrnehmung eines Selbst. Bereits seit der Steinzeit lassen sich Formen gebildeter Schönheitsideale nachweisen – in diesem Beispiel „Die Venus von Willendorf“ – dies ist also kein neuzeitliches Konzept, welches durch die Modernisierung entstand, sondern viel eher ein zeitloses Problem unseres Gesellschaft. Natürlich beeinflussen die Meinung der Gesellschaft und die somit entstanden Schönheitsideale auch das Selbstbild von Personen. Dies spiegelte sich ebenfalls auf die Kleidung der jeweiligen Zeit wieder. Doch wie hat sich das Selbstbild im Laufe der Zeit entwickelt?

Selbstbild von Mann und Frau – damals

Die eigene Wahrnehmung damals war stark von der kirchlichen Denkweise geprägt. Denn diese legte die Rollen der Frau und die Rolle des Mannes in der Gesellschaft fest – Frauen mussten keusch, unterworfen und gehorsam sein, Männer hingegen waren als die starken Männer dargestellt, die keine Emotionen zeigen dürfen.

Natürlich hat sich das auch auf das Selbstbild der zu der Zeit lebenden Menschen übertragen, sowie auf deren Lebensart. Aus Angst vor der Reaktion anderer und aufgrund des Stellenwertes der Kirche, konnten Menschen sich nicht frei ausleben. Jeder, der aus der Reihe tanzte, wurde dafür bestraft und aus der Gesellschaft ausgegrenzt.

Transidentität wurde von den Menschen dieser Zeit als etwas Unreines und Unnormales angesehen, Transidente konnten noch weniger als andere Menschen zu ihrem Selbstbild stehen und sich frei aussprechen. Somit wurde auch ihre eigene Wahrnehmung gestört und ihre Entwicklung unterdrückt. Man lebte in einer vorgegebenen Rolle, alles lief nach Protokoll, nichts durfte außergewöhnlich sein.

Entwicklung der Geschlechter – nicht nur die Zweigeschlechtigkeit

Trotz der vorgegeben Rollen gibt es schon seit Ewigkeiten Menschen, die sich den zwei Geschlechtern nicht zugeordnet fühlen. Dies wird auch oft in der Kunst und Literatur vermittelt, da dies ein etwas offenerer Raum der Aussprache ist, außerhalb wurde dies jedoch geleugnet.

Einhergehend mit der neuen Mentalität und der Weiterentwicklung der Gesellschaft wurden veraltete Konzepte immer weiter zurückgelassen. So konnten auch Transidente, die sich ihrem an der Geburt zugeordneten Geschlecht nicht zugeordnet fühlen, die individuelle Wahrnehmung ihres Selbst ausleben.

Wenn man über die Weiterentwicklung und Reflexion des Selbstbildes redet, kommt einem sofort die Mode beziehungsweise die Kleidung als Ausdrucksform in den Sinn. Dieses Mittel, um die eigene Wahrnehmung wiederzugeben, wurde von der Gesellschaft verurteilt, da es nicht zu ihrem erzwungenen Bild einer Frau oder eines Mannes passte. Das änderte sich jedoch.

Etwas, dass früher unmöglich war, ist nun Normalität: Jeder trägt das, womit er sich am wohlsten fühlt, das, was eine Widerspieglung seiner/ ihrer persönlichen Wahrnehmung ist. Doch inwiefern kann Mode ein Weg zum Ausdruck des inneren Selbstbildes sein? Und wie kam es dazu?

Mode – ein Weg zur Selbstfindung/Aussprache?

Schönheitsideale sowie gewissen Normen waren immer schon Teil unserer Gesellschaft und werden es wohl auch immer sein.

Doch vor allem zu unserer Zeit ist die Akzeptanz des eigenen Körpers und Stils, losgelöst von jeglichen Idealen, wichtig. Gleichgültig, als was man sich identifiziert, ist in der Modenwelt alles vertreten. Jede Person hat das Recht, das zu tragen, wonach er/sie sich gerade fühlt. Auch das Experimentierten mit Kleidung kann einer Person helfen zu erkennen, mit was er/sie sich am wohlsten fühlt.

Welche Rolle spielen soziale Medien ?

Können soziale Medien Aufmerksamkeit erregen und somit für mehr Akzeptanz sorgen?

Soziale Medien könnten andere Personen, die sich nicht trauen, ihr wahres Ich zu zeigen, dabei helfen, selbstsicherer zu sein, da sie wissen, dass sie nicht alleine sind.

Vor allem. da immer mehr Personen sich offen präsentieren und Diversität vorleben. Dies erzeugt ein Gefühl von Zugehörigkeit und Akzeptanz. Somit kann das Verwirklichen des eigenen Selbstbildnis auch gesellschaftlich eher angesehen werden, selbst, wenn es nicht zu dem aufgezwungenen Bild einer Frau oder eines Mannes passt.


Bildquellen:

[1] Bjørn Christian TørrissenVenus of Willendorf – All sidesCC BY-SA 4.0

Originaler Autor: Iulia Mihalca

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