Die Filterbubble

Was bedeuten „Filter Bubble“ und „Echo Chamber“? Sind das die neuen Jugendwörter oder was? Leider nein! Denn mit dem Zeitalter von Internet und Technik kommen leider auch immer mehr Gefahren auf uns zu. So auch die Vorgänge, welche sich hinter diesen beiden unscheinbaren Begriffen verstecken.

Ihr habt euch sicherlich schon immer gefragt, warum ihr Werbung bekommt zu Artikeln, die ihr gerade braucht oder für den Politiker, über den ihr gestern einen Artikel gelesen habt? Bedankt euch einfach bei eurem Algorithmus: Er steuert die sogenannte „Filter Bubble“. Dabei geht es darum, das alles, was ihr über das Internet erledigt, Spuren hinterlässt. Diese „Spuren“ werden gesammelt und an den Höchstbietenden verkauft. Dies wird dann wiederum genutzt, um euch Werbung zuzuschalten, die aus euren Suchergebnissen resultieren. Dadurch erhoffen sich Unternehmen, mehr von ihren Artikeln zu verkaufen. Politiker nutzen diese, um Werbung für ihren Wahlkampf zu machen.

Die Filterbubble

Die Echokammer bzw. „Echo Chamber“ kann man sich vorstellen, als würde man in einem Kreis aus Spiegeln stehen und alles, was man sagt oder tut, wird reflektiert. Von dem, was außerhalb der Spiegel passiert, bekommst du jedoch nichts mit, da die Spiegel alles, was deiner Meinung nicht entspricht, von dir abschirmen. Nach dem selben Prinzip funktioniert die Echokammer. Wenn man also öfter nach Argumenten für z.B. ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen sucht, so wird man öfter mit der Pro-Seite konfrontiert als mit der Seite der Contra-Partei.

Aber wo ist da das Problem? Das ist doch sowieso schon meine Meinung, warum also nicht noch mehr darüber erfahren? Das Problem ist eigentlich ganz einfach zu erklären: Menschen, die schon stark in ihrer Meinung gefestigt sind, werden darin weiter bestärkt. Des Weiteren werden diese Menschen so sehr mit Werbung etc. zugeschüttet, resultierend aus ihren letzten Suchergebnissen, dass die Gefahr besteht, unflexibel zu werden, da man nur noch aus einer Richtung Informationen bekommt. Außerdem wird es für diese Personen immer schwerer, reflektierend an Probleme oder Sachen heranzugehen, bei denen sie unter Umständen bereits voreingenommen sind. Das ist die Ursache, weshalb viele Menschen extrem auf Aussagen reagieren, welche ihrer eigenen Auffassung widersprechen.

Doch wie kann man das Problem denn jetzt umgehen? Man kann ja nicht einfach aufhören, sich im Internet aufzuhalten? Mit dieser Thematik haben sich schon sehr viele Leute beschäftigt, weshalb es auch spezielle Suchmaschinen gibt, welche nicht auf Nutzerdaten zurückgreifen und über welche man kaum Spuren im Internet hinterlässt. Solche Seiten sind zum Beispiel „DuckDuckGo“, „StartPage“ oder „Qwant“. Der Vorteil bei solchen Suchmaschinen ist, im Vergleich zu Google, dass man anonym recherchieren kann. Das bedeutet, das kaum bis keine Informationen gesammelt und verkauft werden können. Doch auch wenn ihr nicht über diese Suchmaschinen recherchieren wollt, weil es euch zu kompliziert ist oder aus welchem Grund auch immer, dann seid ihr trotzdem nicht schutzlos der „Echo Chamber“ und der „Filter Bubble“ ausgeliefert.

Denn wenn euch ein Thema interessiert, solltet ihr euch trotzdem möglichst breit informieren und euch beide Seiten einer Diskussion ausgewogen anschauen und für euch reflektieren, welche Argumentation plausibler klingt. So vermeidet ihr, dass ihr stumpf und unreflektiert jede Information glaubt, die euch euer Handy bzw. Google liefert. Außerdem lernt ihr so, euch flexibler im Internet zu bewegen und euch medienkritisch zu verhalten. Wenn ihr dies tut, könnt ihr kaum noch in Fallen wie die „Echo“ oder die „Filter Bubble“ geraten.


Bildquelle: Eigene Gestaltung von Louis Berger, MSS 12

Originaler Autor: Louis Berger

Kommentare

2 responses to “Die Filterbubble”

  1. Avatar von Birgit Engel
    Birgit Engel

    Hallo,
    danke für diesen Artikel :-). Ich habe eine Tochter in der 6. Klasse und frage mich, ob es nicht Sinn machen würde, diesen Artikel nochmals über SDUI zu teilen (z.B. zum Schuljahresbeginn) für alle, die die Veröffentlichung der Schülerzeitung im Februar vielleicht verpasst haben?
    Viele Grüße

    1. Avatar von Kristen Cibot
      Kristen Cibot

      Hallo Frau Engel,
      vielen Dank für Ihren Kommentar, wir freuen uns über Ihr Feedback! Gerne können wir zum neuen Schuljahresbeginn erneut auf unsere Schülerzeitung und diesen Artikel verweisen. Da unsere Zeitung online erscheint, können wir auch regelmäßig neue Artikel hochladen und auf konkrete Wünsche eingehen.
      Ihre Schülerzeitungsredaktion

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