Kunstwerk von Katzenmüller
Es klopfte an der Tür.
Es war eine normale Klassenfahrt. Normale Lehrer, normale Jugendherberge, normale Klasse und normales Frühlingswetter. Das Reiseziel war Berlin, heute war eine Rallye in der Innenstadt -das Tagesprogramm. Jeder freute sich schon am Vorabend…
Am Abend nach der ermüdenden Stadt-Rallye kam die Klasse an und machte sich auf zum Abendessen. Danach passierte alles ganz plötzlich…
Tiara:
Es klopfte an der Tür. Nicht leicht. Mit voller Wucht sogar, sodass die Wände wackelten. Wir erschraken und Chris erhob sich. »Wer ist da?«, fragte der verwirrte Junge, der sich jetzt zur Tür bewegte. »Kommt raus, wir wissen, dass ihr hier drin seid!«, hörte ich von draußen mehrere Stimmen schreien. Der aggressive Tonfall deutete auf nichts Gutes hin. Emma erhob sich ebenfalls und sprach mit den verärgerten Stimmen durch die Tür. Man hatte nur Gemurmel gehört und lautere Vokale, welche sich mit den abgeschirmten Stimmen draußen stattfindenden Tischtennisspiel vermischten.
Amalia:
Wir spielten Tischtennis. Naja, wir versuchten es zumindest. Louis war nicht sehr hilfreich, als er den Tischtennisball über die Tischtennisplatten und auf die andere Seite des Basketballplatzes beförderte. »Guter Pass, Louis!«, rief ich ihm sarkastisch zu, als ich zum Busch lief und Carlo ihn zeitgleich auslachte. Bevor ich zurücklaufen konnte, hörte ich eine nervöse Stimme aus dem oberen Fenster über den Tischtennisplatten. Ich machte mich auf den Weg dorthin zurück und sah hoch. »Ja, und jetzt klopfen sie die ganze Zeit!«, beschwerte sich Tiara und schaute sich jede Sekunde um. »Was ist bei euch denn los?«, fragte ich, während ich den Ball Carlo übergab.»Also, da sind so Hauptschüler und aus deren Klasse sind ein paar dunkelhäutig. Die Jungen aus unserer Klasse waren natürlich die intolerantesten Idioten der Welt und machten rassistische Bemerkungen über sie. Das Ganze natürlich „nur aus Spaß“. Auf jeden Fall stehen jetzt die Schüler aus deren Klasse vor der Tür und klopfen laut!«, sagte sie und gestikulierte wild mit ihren Armen. »Hä, wie Assi ist das denn bitte?« »Ja, gell, was ist deren Problem?«, stritten Elisa und ich. »Wer hat ihnen bitte ins Hirn gefasst?«, schloss sich Carlo an. »Hallo?! Was soll ich denn jetzt machen?«, fragte Tiara ahnungslos aus dem oberen Fenster. »Emma redet gerade mit den Mädchen, aber ich höre aus der Ferne Jungenstimmen. Sie klingen nicht gerade nett…«, erklärte sie uns und versuchte ruhig zu atmen. Plötzlich öffnete sich ein Fenster neben ihr. »Seid ihr die aus der Klasse der rassistischen Jungs?«, fragte eines der Mädchen, offensichtlich verärgert. »Ehm.. ja?«, antwortete Carlo immer noch recht verwirrt und die Mädchen begannen uns aufzuklären; unsere Jungs waren fies gewesen, jedoch nicht bereit, eine richtige Entschuldigung zu liefern. Nachdem Elisa alles gehört hatte, wollte sie hochgehen, jedoch nicht bevor wir drei noch Tischtennis spielten. Nicht allzu lange Zeit später entschieden wir uns doch dazu, ebenfalls in unser Zimmer zu gehen, da Louis jeden Ballpass verfehlte.
Nachdem wir also die Tischtennisschläger, inklusive Bälle, an der Rezeption abgaben, fuhren wir mit dem Aufzug zum dritten Stock.
Ida:
Ich war in der Dusche. Der Tag war ziemlich anstrengend gewesen, weshalb ich so schnell wie möglich den ganzen Schweiß abwaschen wollte. Ich war eine der ersten im Bad. Nach einer kurzen Dusche stieg ich hinaus und zog frische Klamotten an. Dieses frische Gefühl habe ich vermisst. Plötzlich hörte ich aufgeregte Stimmen und schnelle Schritte. Nach einiger Zeit folgte wieder Stille. Aus dem Bad sah ich nur Louisa und Marlene auf deren Betten sitzen und höchstwahrscheinlich über irgendwelche Leute lästern. Ich wollte kurz hinüber zu Carlo und Amalia, um meine restlichen Klamotten zu holen, als ich auf dem Gang von vielen aufgebrachten Mädchen überrumpelt wurde. »Ida, du glaubst nicht, was da passiert ist!«, sagte Eine. »Ja, es ist so gruselig!«, sprach eine Andere. »Beruhigt euch alle mal!« »Wir müssen jetzt hier weg, sofort.« »Nein! Wir müssen dahin!« »Auf keinen Fall?!« Alle redeten durcheinander. Ich verstand gerade so meine eigenen Worte. Ich versuchte lange Zeit zu verstehen, über was sie redeten, bevor ich ohne jegliche Vorwarnung in das Zimmer vor mir gezogen wurde und sich die Tür hinter mir schloss.
Louis:
»Was ist denn jetzt los?! Ich war doch nur kurz duschen!«, hörte ich jemanden in der Dunkelheit sagen, bevor das Licht anging und sich Ida verwirrt an die Türklinke klammerte. Ich stand an der Fensterbank und sah mich um. Die Räume der Mädchen sehen gar nicht so anders aus. Der einzige Unterschied ist wahrscheinlich nur die Anzahl der Haarprodukte auf dem Tisch.» … Und Louis ist mitgekommen, um sich zu vergewissern, dass es uns gut geht«, erklärte Amalia und drehte sich dann zu mir. Ich lächelte nur schief, da ich nicht zugehört hatte. Amalia, Carlo, Elisa, Johanna, Ida und ich befanden uns hier drin, nachdem ein großer, schlanker Junge Amalia und Carlo gedroht hatte und ich ihnen mitteilte, dass sie jetzt besser ins Zimmer gehen sollten. Ich bin nicht so gut im „Mädchen verstehen“, jedoch wusste ich, dass dies eine angespannte Situation war und ich jetzt bloß nichts Falsches sagen sollte, vor allem, weil Johanna kurz vor einem Zusammenbruch stand. Deshalb sagte ich einfach gar nichts.
Elisa:
Ich saß mit einem aufgebrachten Carlo, einer nervösen Amalia, einer frisch geduschten Ida und einem nichts ahnenden Louis in Zimmer Nummer 321. Nachdem Johanna und Malina die Lehrer holen gegangen sind, war nur eine langgezogene Stille zu vernehmen. Sie war meiner Meinung nach zu lang. Wie die Ruhe vor dem Sturm. Merkwürdig. Niemand redete oder würdigte einander eines Blickes. Plötzlich ertönte ein Klopfen und Louis erhob sich von der Fensterbank. Sein Blick war nicht mehr nichtsahnend, sondern eher besorgt, erschrocken, vielleicht wütend. Carlo und Amalia wechselten nervöse Blicke. Ich stand auf und sah zu Ida, welche erschrak. Ich öffnete die Tür – es waren Johanna und Malina – Louis lehnte sich wieder an die Fensterbank. »Sie kommen direkt«, sagte Malina, die gerade Johanna wieder in den Raum schubste. Wir warteten. Und warteten. Und warteten immer noch. Niemand kam. »Ich sollte mal nachschau-..« »Nein, ich gehe, du musst jetzt bei ihr bleiben. Sie braucht dich«, ich stand auf und sah zu Amalia, die Johanna gerade versuchte zu beruhigen. Sie lächelte mich an und ich ging aus der Tür und schloss sie so leise wie möglich. Es war wieder still. Mist, irgendwas war hier doch nicht so richtig. Ich ging den langen Gang entlang. Warum ist es so still? Ich öffnete die Glastür, die zum Aufzug und ins Treppenhaus führte. Oder bin ich einfach taub? Plötzlich hörte ich Schritte. Ah, doch nicht taub. Schnelle, immer lauter werdende Schritte. In meine Richtung? Panik floß durch meinen Körper. Es war ein Junge, ich sah ihn sofort. Was will er? Ich wählte die Treppe, nicht den Aufzug. Schnell weg hier. Ich übersprang ein paar Stufen und…
Carlotta:
Es klopfte an der Tür. Hektisch und unkoordiniert. Ich sprang nicht auf, regte mich jedoch ein Stück von meinem Stuhl. Vielleicht waren es die Lehrer? Als sich die Tür öffnete, sah ich Sarah dort stehen.
»Hat jemand Wasser?« »Bitte was?« »Hat jemand Wasser, bitte?! Jemand blutet..!.« Das war’s jetzt. Jemand wurde geschlagen. Sarah geht zu Johanna, die ihr ihre Flasche hinhält. »Wer blutet?«, fragt Malina. »Elisa«, sagt Sarah und stürmt aus dem Zimmer. Ich sehe, wie Amalia die Zimmertür schließt und sich am Türrücken runterrutschen lässt. Ich gucke zu Boden. Heiße Tränen laufen ihr die Wangen hinunter. »Hey.. hey.. alles gut…«, mehr Tränen, jetzt von Ida. Sie beugt sich zu Amalia hinunter und umarmt sie. Man hört nur Schluchzen und manchmal ein paar zittrige Worte, welche ich nicht verstehe. Zwei Hände. Ein warmer Körper um meinen. Was? Amalia steht plötzlich vor mir und umarmt mich. Warum? Meine Hände bohren sich in ihren Oberkörper und ich kann meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich weine los und Amalias Hände schmiegen sich noch weiter um mich. Ihre heißen Tränen nässen mein Oberteil, meine ihres. »Ich hab so Angst.«, »Es ist alles gut, sie wurde nicht geschlagen. Es ist alles gut«, »Es sind Jungs. Oh.. ich hatte so Angst«, Amalia schluchzt weiter. Sie lässt mich los aber beendet nicht den Kontakt zwischen unseren Armen. Ida kommt auf sie zu und jetzt umarmen auch sie sich. Ich mag keine Umarmungen. Amalia lässt mich immer noch nicht los. Das will ich auch gar nicht. »Die könnten… Uns was antun… Ich habe so Angst.«, »Es wird alles gut.«, »Sie könnten uns was antun. Euch was antun.«, Amalia schnappt nach Luft. Ich auch. »Es wird alles gut. Uns passiert nichts. Du bist sicher. Wir auch«
Johanna:
»Sie wurde nicht geschlagen. Sie fiel nur die Treppe runter«, hörte ich auf einmal eine Stimme sagen. Es waren Louisa und Marlene, die ins Zimmer kamen. Carlo, Ida und Amalia waren immer noch am Weinen, Malina schaute hoch. »Was?«, fragte sie hoffnungsvoll. »Sie wurde nicht geschlagen«, sagte Olivia aus der Ecke, wo auch Louis stand. Sie ist auch hier? Seit wann? »Siehst du?«, Carlo lächelt traurig, »sie ist nur die Treppe hinuntergefallen!«, als ob es das besser macht, dachte ich, »ich muss zu ihr!«, sagte Malina, als sie ihre Tränen wegwischte. Sie stand auf und ließ die Tür dabei offen-
Amalia:
Sie mag eigentlich keine Umarmungen, hat jedoch dringend eine gebraucht. Wir beruhigten uns alle gegenseitig. Carlo war wieder einigermaßen beruhigt. »Ich glaube, ich sollte mit ihr gehen. Sie könnte.. sie könnten… ihr was antun«, schluchzte ich und wischte meine Tränen nun ebenfalls weg. Ich ging zur Tür nachdem, ich mich von Ida und Carlo loslöste. »Amalia?«, »ja..?«, »geht es dir gut?«, mein Atem stockte und ich wusste nicht, was ich antworten sollte. Nach kurzer Stille nickte ich jedoch, »ja, mir geht es gut. Schafft ihr das?« Sie nickte und sah zu Carlo, der zu mir sah. Ich schloss also die Tür und ging zum Treppenhaus.
Nachdem ich unten ankam, stand ein gruseliges Bild vor mir; Elisa lag auf einer Liege, neben ihr stand Malina, die gerade mit Frau Berger redete. Sie sah.. verstört aus, Elisa eher munter. Ich bin mir sicher, sie hat sich den Kopf stark angeschlagen und wusste nicht, warum Malina so niedergeschlagen wirkte. Neben ihrer Liege standen knapp vier Personen, wenn nicht mehr. Ich schaute zu Malina, die sich jetzt umdrehte und sich in meine Richtung bewegte. »Sie.. haben mich weggeschickt..«, sagte sie, ohne Emotion. Langsam bekam ich Angst. »Eh, okay. Komm«, ich führte sie wieder die Treppen hoch in unser Zimmer, wo ich sie jedoch schnell wieder aus den Augen verlor.
Ab diesem Moment ging es nur noch bergab: Malina war aus dem Zimmer gegangen, niemand wusste, wo sie war, alles war plötzlich und unerwartet und Johanna und Ida waren noch ziemlich aufgelöst. »Bleib hier, okay? Ich gehe Malina suchen. Ich hab sie eben noch gesehen«, sagte Carlo, eher zu sich selbst als zu mir. Ich verstand und kümmerte mich um Johanna. »Ich will nach Hause«, kam es plötzlich aus ihrem Mund. »Was?«, »ja, ich.. ich will nach Hause«, sie fing an, ihre Sachen vom Boden aufzuheben. »Hey, mach dir keine Sorgen. Alles wird -«, »Nein! Ich will nach Hause! Es ist zu viel für mich«, sie setzte sich auf das Bett und umarmte ihre Beine. Ich schaute zu Boden und nickte.
Leonard:
Ich war im Zimmer von Louis und Jake. Auf einmal öffnete sich die Tür und eine traurige Sarah betrat den Raum. Tränen liefen ihr die Wangen hinunter. Sie schluchzte und setzte sich auf ein freies Bett, welches gerade nicht mit Unterhosen und Krümmeln bedeckt war. Sie erzählte uns, dass Elisa sich an nichts erinnern konnte und sie nun alle auf den Rettungswagen warteten. Ich wusste nicht, was ich tun sollte außer zuzuhören. Sollte ich sie umarmen? Ist es nicht komisch? Nein, lieber nicht. Plötzlich kam eine unbekannte Frau herein. Ich denke nicht, dass jemand von uns sie kannte, was ich an den Gesichtsausdrücken meiner Freunde erkannte. Nur Sarah, die aufstand, als sich die Tür öffnete, sah aus, als hätte sie sie schoneinmal gesehen. »Sarah? Sarah. Ich hab dich überall gesucht. Komm, es wird alles gut, keine Sorge«, sagte die Frau und führte sie aus dem Zimmer. Wir schauten uns wortlos an. »Denkt ihr, wir sollten sie umarmen? Also, als sie noch da war?«, fragte ein Junge, der auf dem Stockbett saß und runter schaute. »Ich weiß es nicht.. Leo, was denkst du?«, Jake drehte sich um und sah nun zu mir. Ich zuckte mit den Schultern. Hätte ich?
Tiara:
Ida geht es nicht gut. Wir gingen runter, um frische Luft zu schnappen. Aus deren Zimmer war jeder aufgebracht und ihr war schlecht. Als wir unten ankamen, was den Krankenwagen schon da. »Oh Gott, ich glaube, ich kippe gleich um«, beklagte sich Ida und stützte sich ab. Sie hielt ihren Kopf fest, während ich sie zu einem Couchsessel in der Lobby führte. Die Tür war offen, weshalb die kalte Abendluft in die Herberge gelang. »Es wird schon. Siehst du? Der Rettungsdienst ist da. Sie kommt jetzt ins Krankenhaus und dort wird ihr geholfen.«, versuchte ich sie zu beruhigen. Plötzlich sah ich einen Jungen vorbeilaufen, mit einem Kühlakku in der Hand. »Hey, für wen ist der?«, ich sah den Jungen an und er musterte mich skeptisch. »Jemand blutet. Nicht das Mädel, was von den Treppen fiel, sondern ein anderer Junge. Ich glaube, gleich fängt hier wirklich ein Amok an«, er beendete den Satz mit einem belustigten Lächeln. Für mich war es alles andere als witzig. »Können wir kurz zu ihr? Bitte?«, bettelte Ida mich an und ich seufzte, während ich ihr meine Hand hinhielt.
Amalia:
»Malina ist weg«, flüsterte Carlo, als sie zu mir kam. Ich sah sie mit großen Augen durch den Türrahmen an. »Wie, sie ist weg«, »Ja, sie ist einfach verschwunden. Sie wollte nach Andi und Leo gucken gehen, und als ich nach ihr sehen wollte, war sie nicht da«, Carlo schnappte nach Luft. »Ist sie immer noch so hysterisch?«, flüsterte ich zurück und ging nun auf Carlo zu. Sie nickte und lehnte sich an die Wand. Ich seufzte laut und griff nach meiner Stirn. »Die wird uns bald zusammenklappen, wenn wir sie nicht finden, und dann brauchen wir noch einen zweiten Krankenwagen«, sagte ich, während wir uns Richtung Treppen bewegten. Wir gingen schnellen Schrittes hoch, von Etage drei bis ganz nach oben in die achte, schauten uns auf jeder besonders gut um und landeten auf der sechsten Etage. »Hör mal, ich nehme den Aufzug, sonst kippe ich hier gleich noch um«, Carlo war einverstanden. »Ich nehme die Treppe. So geht’s schneller«, sie sprintete hinunter und ich drückte auf den Knopf, während ich mich gegen die Wand lehnte und eine Putzfrau dazu kam. Ich lächelte schwach und die Tür öffnete sich. Meine Augen weiteten sich, als ich den hellen Aufzug betrat. Malina saß auf dem Boden, Kopf auf die Knie gelegt, ihre Beine umarmend. »Malina?!«, ich wollte sie aus dem Aufzug zerren, doch sie kam selbst heraus und wollte weglaufen. »Hey..hey, alles gut. Ganz ruhig«, ich setzte sie auf die Treppe. Sie atmete unruhig und ungleichmäßig. »Was, wenn sie stirbt? Was wenn sie nicht die richtigen Tests machen? Sie müssen ein MRT machen… ja ein CT auch.. was, wenn sie ein Hirntrauma hat? Oder .. oder ein Tumor.. sie wird sterben, dann bin ich schuld.«.
Nachdem sie sich beruhigt hat, gingen wir hinunter und ich brachte sie zu Andi. Wir stießen auf Johanna und Carlo, als Herr Sartor noch auf Malina einredete. »Geht es euch gut?«, fragte ich Johanna und Carlo, ein bisschen abseits von Malina und unserem Lehrer. »Ja, und dir?«, »…geht so«.
Wir gingen wieder hoch und Malina ging es wieder besser. Auf einmal kamen Ida und Olivia zurück. Sie sah ziemlich verheult aus und Schuldgefühle überfluteten mich. Ist es meine Schuld? Ich hatte sie vorher ignoriert. Mir kamen wieder die Tränen. »Atme, hier ist eine Tüte«, Olivia rutscht die Wand hinunter mit Atemnot. Ida hält sie fest und wir alle versuchten, sie zu beruhigen. Wut kochte in mir. Es war nicht meine Schuld.
Nachdem Ida nochmals mit Olivia in ihr Zimmer gegangen ist, war Malina wieder weg. »Was ist los mit diesem Mädchen?!«, beschwerte ich mich und lief mit Carlo nebenher erstmals zu den Jungs. Nach dem ganzen Palaver war es wieder sicher und Carlo klopfte an der Tür. Andi öffnete die Tür und eine Runde von Jungs und eine besorgte Malina kamen zum Vorschein. Wir atmeten erleichtert aus. Er trat aus und schloss die Tür. Wir nickten dankbar und er flüsterte uns zu: » Als Elisa hinfiel, machte ich mir mehr Sorgen darüber, dass Malina vom Gebäude springt…« Ich sah zu Carlo und hielt mir den Mund zu. Ich wollte nicht loslachen. »Och Andi, falscher Zeitpunkt«, er rollte die Augen und betrat wieder sein Zimmer. Wir ließen sie dort und machten uns auf den Weg zurück. Jedem ging es besser und ich dachte, ich könnte mich entspannen, jedoch…
Ida:
»Ida? Geht’s dir gut?«, fragte mich Amalia, welche gerade mit Carlo zurückkam. Ich hielt inne, schüttelte den Kopf und lächelte sie schief an. Carlo war im Zimmer und blieb bei Johanna. Ich versuchte nicht mehr, meine Tränen zurückzuhalten. Ich sah hoch zu Amalia. Sie lächelte mich an und schüttelte ihren Kopf, während sie meine Hände nahm. »Willst du darüber reden?«, fragte sie und ich nickte. Wir gingen zusammen hinunter in die Lobby und unterhielten uns über alles. Langsam wurde mir bewusst, dass ich nicht mehr alleine war.
Carlotta:
»Sorry, wenn wir stören, geht es euch gut?«, fragte ich. Ida nickte und ich sah zu Amalia. »Was ist los, Carlo?«, wollte sie besorgt wissen. Sie sind gerade wieder aus der Lobby gekommen. »Jemand weint wieder, wir müssen nochmal runter«, erklärte ich. Ida schaute mich an. »Carlo, dir geht es selbst nicht gut«, ich fühlte, wie Tränen meine Wangen hinunterliefen. Es war einfach alles zu viel. Wir waren zu viert vor dem Aufzug und ich spürte, wie meine Knie versagten. Irgendwann, ich weiß nicht wann, gingen wir wieder in unser Zimmer. »Könntet.. ihr raus gehen? Amalia, bleib, bitte«, sie sah, dass es mir gar nicht gut ging.
Amalia:
Carlo ging es nach einiger Zeit wieder besser. Sie stand vom Bett auf. »Ich.. gehe duschen«, sagte sie zu sich selbst. Ich nickte stumm und es brach mir das Herz, sie so zu sehen. Während des Gesprächs wollten manche in unser Zimmer. Ich wies sie ab, sie fragten jedoch immer wieder. Neuigkeiten von Elisa erreichten uns, sie war stabil. Wenigstens etwas Positives. Die Situation mit Carlo hat mich fertig gemacht. Heute Nacht schliefen Johanna, Ida, Carlo und ich in unserem Zimmer, Nummer 321. Eigentlich schläft Ida im anderen Zimmer, wo Elisa geschlafen hätte. Im leeren Bett hat diese Nacht niemand geschlafen.
Am nächsten Morgen
Es klopfte an der Tür. Ich wachte auf, mit geschwollenen Augen und einem müden Gesicht. Mein Kopf dröhnte und ich wollte nicht aufstehen. Ich hatte einfach keine Kraft für diesen Tag. Aber Naja, Es wird alles gut.
Bonus:
»Boah, wir müssen eine Kurzgeschichte darüber schreiben«,
»Jap, dann werden wir berühmt«
»Jaa, ich kann das machen, dann Stelle ich das online«
»Wo denn überhaupt?«
»Schülerzeitung. Ich bin ja Autor und so«
»Genau, und dann noch mit mir als main character«
»Sei ruhig, Leo «


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